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Diskussionsrunde: Innenstadtbelebung steuern

Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung der Freien Wähler / Unabhängigen Bürger zu einer Diskussion über die Probleme der Biberacher Innenstadt.

Leerstehende Ladenlokale seien kein spezifisches Problem der Stadt Biberach, sondern die Folge des Strukturwandels in den Städten und im Handel, so der Vorsitzende der Biberacher Werbegemeinschaft, Gustav Eisinger. Die in den letzten Jahren landesweit enorm vergrößerten Verkaufsflächen führten zu einem Verteilungswettbewerb. 

Bei minimalen Renditen kämen nur beste Lagen in Frage - Leerstände bei den übrigen seien die Folge. Für große Kaufhausketten sei Biberach zu klein. Aus demselben Grund könne auch nicht das gesamte Sortiment vorgehalten werden. 

"Kunden, fordert Eure Händler", so Eisinger. "Nicht Ihr sollt der Ware hinterher fahren, die Ware soll zu Euch kommen." Das Einkaufsverhalten der Kunden steure den Markt. Kleinere Geschäfte könnten nur überleben, wenn die Kunden dort auch einkauften.

Die Auswirkungen der Verkehrsberuhigung auf die Innenstadt wurden kontrovers diskutiert. Der reine Versorgungskauf setzt auf kurze Wege, beim Lustkauf spielt das Ambiente der Stadt eine große Rolle.

Inzwischen gibt es einen Konkurrenzkampf zwischen den Städten. Mit kostenlosen Parkplätzen, touristischen Attraktionen, Erlebnisgastronomie und Erlebniseinkauf werden andernorts Kunden angelockt. Als vorteilhaft wurde bei der Diskussionsrunde eine konzertierte Aktion zwischen Stadtmarketing, Werbegemeinschaft und ansässigen Unternehmen benannt.

Der vom Kreis Biberach ins Auge gefasste Plan, durch Neubauten mehrere Arztpraxen in Krankenhausnähe zu konzentrieren, wurde kritisch durchleuchtet. Der Landkreis verspricht sich von der räumlichen Nähe eine bessere Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen ärzten und dem Krankenhaus. 

Auf der anderen Seite tragen ärzte mit ihren Patienten wesentlich zur Belebung der Innenstadt bei. Eine Auslagerung von Arztpraxen an den Stadtrand wurde als Verlust für die Innenstadt bewertet.