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Fachwerkführung mit Bernhard Otto

Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich die Kandidaten der Freien Wähler am 04. April 2009 zu einer Fachwerkführung in der Biberacher Innenstadt. Bernhard Otto, Ausbilder im Zimmererhandwerk, Stadtführer und selbst Kandidat der Freien Wähler, verstand es hervorragend, die Entwicklung des Fachwerks an ausgewählten Beispielen von Biberacher Häusern zu demonstrieren. 

Vor 1500, so erklärte Bernhard Otto zum Beispiel, wurden die schrägen Streben im Fachwerk verblattet, d. h. nur ein relativ dünnes Brett der schrägen Strebe wurde in den waagrechten Balken eingelassen und mit einem Holznagel gesichert. Bei einem Brand hatte dies zur Folge, dass dieses Brett rasch verbrannte, das Haus seine Stabilität verlor und in sich zusammen stürzte. Nach 1500 wurden die Balken dann über Zapfen miteinander verbunden. Ende des 16. Jahrhunderts wurde in der 1. Landbauordnung das Verblatten sogar verboten.

Ziele der Führung waren neben den im Biberacher Stadtbild wohlbekannten stattlichen Bauten auch versteckte Winkel, in denen man anhand der Abbundzeichen die Arbeitsweise der damaligen Zimmerleute nachvollziehen und sich ein Bild über das Wohnen in diesen Häusern machen konnte.

Der Rundgang führte über den Weberberg mit seinen mehr oder weniger gelungenen Neubauten und schließlich sogar hinauf in den Weißen Turm.

Bei Nudelsuppe und belegten Seelen wurde noch intensiv über das Bauen und Wohnen in der Biberacher Innenstadt diskutiert, über die Konflikte zwischen Denkmalschutz und modernem Leben und natürlich über die Zukunft des „Roten Baus“.