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FW/UB-Diskussionsabend zur Altstadtentwicklung

Den gemeinsamen Nenner finden sie nicht

BIBERACH - Wie die Biberacher Altstadt bewahrt und weiterentwickelt werden kann,- darüber haben am Dienstagabend im Liebherr-Saal der Stadthalle Bürgermeister Ogertschnig, Vertreter des Stadtforums, FW/UB-Fraktionsvorsitzender Friedrich Zügel und viele Besucher diskutiert, aber keinen gemeinsamen Nenner gefunden.

Von unserem Redakteur Ulrich Mäule

Der Tonfall blieb meist sachlich im fast voll besetzten Hans-Liebherr-Saal - auch dank der souveränen Moderation der FW/UB-Vorsitzenden Marlene Goeth, deren Vereinigung diesen Informations- und Diskussionsabend organisiert hat. "Zurück bleiben Alte und wenig vermögende Menschen. Die bürgerliche Mitte fehlt zusehends", so skizzierte Marlene Goeth die Strukturkrise der Altstadt.

"Möglichst viel Substanz im Rahmen der Sanierung erhalten und dort, wo dies nicht möglich ist, durch architektonisch hochwertige Bebauung ersetzen", nannte Baubürgermeister Ogertschnig dann in einer halbstündigen Präsentation als Grundüberlegung. Insgesamt sei das gut gelungen - die Biberacher Altstadt sei ein Juwel und gerade durch die Mischung von Modernem und Altem einzigartig.
Bis 2012 werde vor allem die Sanierung der östlichen Altstadt vorangetrieben - mit neuen Methoden und viel Transparenz, versprach Ogertschnig und gestand zu, dass "im Übergangsprozess" Fehler passiert seien. Verwaltung und Gemeinderat wollten mit einer neuen Gestaltungssatzung nun Grundlagen und Details der erlaubten Bebauung regeln und zusätzlich einen Gestaltungsbeirat aus Politikern und Experten einrichten.
"Es gibt Bedenken, und wir wollen ein Sprachrohr für diese Bedenken sein", so beschrieb Hagen Vollmer, einer von drei Vertretern des Stadtforums auf dem Podium, die Rolle, die das Forum in Biberach einnehmen möchte. Biberach habe zum Glück noch seine Altstadt und müsse mit deren Substanz behutsam umgehen. Zur Zeit werde bei der Entwicklungsgenehmigung aber "zumindest teilweise aus monetären Motiven" entschieden.
Friedrich Zügel, der Vorsitzende der FW/UB-Fraktion im Gemeinderat, betonte, dass die Freien Wähler schon 2006 beantragt hätten, die Altstadtsatzung zu überarbeiten. Denn in der Altstadt träfen "konkurrierende Ziele" aufeinander, sagte Zügel: der Erhalt der Altstadt, neue Anforderungen an Wohnungen, Büros und Läden, außerdem Transparenz bei den Entscheidungen. Die FW/UB wolle die Sanierung vorantreiben und stelle sich als Anreiz auch einen Sonderfonds vor, der besondere Belastungen bei einer altstadtgerechten Sanierung mildere.

"Niemand will Museum"

"Niemand will die Altstadt zu einem Museum machen. Unterschiedlich interpretiert werden die Spielräume", kommentierte Marlene Goeth.
Allianz-Versicherer Wolfgang Hiller, der den umstrittenen Neubau in der Pfluggasse verwirklichen will, saß erst im Publikum und verteidigte dann auf eine Anfrage des Stadtforums hin am Podium seine Pläne. Die geplante Größe brauche er für sein Versicherungsunternehmen, sagte er. Und aufgestellt worden seien die Pläne nach einem Wettbewerb unter mehreren Architekten und im Einvernehmen mit der Stadt. Er suche auch in der jetzigen Diskussion eine Einigung. Aber "wir sind diejenigen, die bisher immer Kompromisse eingegangen sind. Die Anlieger keinen einzigen."