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Vorstellung der OB-Kandidaten bei FW/UB

FW/UB geben keine Wahlempfehlung ab

Biberach. Großer Andrang herrschte in der Stadthalle Biberach beim ersten gemeinsamen Auftritt der beiden OB-Kandidaten, Thomas Fettback und Alexander Baumann .

Die Veranstalter, die Freien Wähler / Unabhängigen Bürger, hatten mit diesem Ansturm nicht gerechnet. Ihre Vorsitzende Marlene Goeth konnte ca. 400 Zuschauer begrüßen, die dankbar waren, dass die Veranstaltung dank des spontanen Einsatzes von Hausmeister Egle in einen größeren Saal verlegt werden konnte.

Amtsinhaber Thomas Fettback ließ die 8 Jahre seiner Amtszeit Revue passieren. Biberach sei eine Wohlfühlstadt, der es wirtschaftlich dank einer guten Mischung von Industriezweigen gut gehe. Trotz Bauinvestitionen in Höhe von 195 Mio. DM konnten Schulden abgetragen werden. Der Bürger suche in seiner Gemeinde Arbeit und Einkommen, ein hohes Maß an innerer Sicherheit und ein umfangreiches kulturelles Angebot. Diese Anforderungen gelte es zu erfüllen. Die veränderte Lebensweise der neuen Bürgergesellschaft bringe neue Aufgaben mit sich, z. B. Kinderbetreuung und Freizeitangebote. Im Bildungsbereich sei eine Bildungsoffensive erforderlich, in die sich die Stadt als Schulträger einbringen müsse. Die klassischen gesellschaftlichen Gruppen, wie z. B. die Jugendlichen, die Senioren, die Familien, seien in sich heterogen geworden. Aufgabe der Verwaltung sei es, über neue Steuerungsmodelle diese Entwicklungen aufzugreifen und geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen. Wichtig sei für ihn der Erhalt von Biberach als Mittelzentrum. Dafür seien auch die weichen Standortfaktoren (Kulturangebot, Bildungsangebot) zu beachten. Fettback betonte, er habe bisher gerne in der Stadt Biberach mit ihrem hohen bürgerschaftlichen Engagement gearbeitet und wolle diese liebenswerte Stadt weitere 8 Jahre mitgestalten.

Alexander Baumann, derzeit Finanzbürgermeister und stellvertretender OB in Ehingen, kennt Biberach aus seiner Schulzeit. Er habe, so führte er aus, das Geschehen in der Stadt auch während seiner Tätigkeit in Burgrieden und Ehingen stets aufmerksam verfolgt. Biberach mit seiner bemerkenswert regen Vereinstätigkeit habe auf ihn stets einen besonderen Reiz ausgeübt. Er selbst habe reiche Erfahrung im Ehrenamt als aktives und förderndes Mitglied von des Musik- und Sportvereines seiner Heimatgemeinde. Seine Schwerpunkte seien, die Stadtverwaltung zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen zu entwickeln, die Bürger aktiv am kommunalen Geschehen zu beteiligen und Ermessensspielräume zu nutzen. Als Chef der Verwaltung müsse ein OB an der Sache orientiert arbeiten und motivierendes Vorbild sein. Wirtschaftsförderung sei für ihn Chefsache, auf diesem Gebiet habe er jahrelange Erfahrung. Es müssten die infrastrukturellen Voraussetzungen für die zukünftige Entwicklung von Unternehmen geschaffen werden. Biberach müsse auch überregional ein Profil entwickeln. Die Voraussetzungen hierfür seien gut. Eine große Verpflichtung für Stadt und Land sei die Bildung. Zur Weiterentwicklung des Schulsystems sei ein Schulentwicklungskonzept erforderlich. Baumann fasste zusammen, wichtig sei nicht nur, was man anpacke, sondern wie man es anpacke.

Die anschließende Diskussion unter der Moderation des Fraktionsvorsitzenden der FW/UB-Fraktion Frieder Zügel ergab keine grundsätzlichen Unterschiede in den Aussagen der beiden Kandidaten. Eine wichtige Aufgabe des Stadtmarketing sei, die Belebung der Innenstadt zu fördern. Stadtmarketing sei deshalb Chefsache, so Baumann. Die Stadt, so Fettback, könne jedoch nur bedingt in den freien Markt eingreifen, müsse aber eine gute Erreichbarkeit der Innenstadt sicher stellen. Ein Ärztehaus in Stadtrandlage halten beide Kandidaten für ungeeignet. Auf die Frage nach einer Frauenbeauftragten antwortete Baumann, es gehe nicht um den Posten einer Frauenbeauftragten, sondern darum, den Frauen mehr Chancen zu geben. Fettback meinte, hier sei noch mehr nötig und auch mehr möglich als bisher. Einigkeit besteht in dem Ziel, die Seniorenarbeit zu koordinieren, die Sportmöglichkeiten unter anderem durch den Bau einer Großsporthalle zu verbessern, den Bau der NW-Umfahrung voranzutreiben und alternative Energien zu fördern. Letzteres, so Fettback, betrachte der Biberacher Gemeinderat jedoch leider als Kür und nicht als Pflichtaufgabe der Stadt.

Vorstand und Fraktion der FW/UB kamen in ihrer anschließenden Sitzung überein, keine Wahlempfehlung auszusprechen. Beide Kandidaten halten sie für das Amt des Oberbürgermeisters qualifiziert. Bei den geringen inhaltlichen Unterschieden in den Aussagen der beiden Kandidaten kommt es wohl letztlich darauf an, welcher Persönlichkeit jeder einzelne den Vorzug gibt.