Entwicklung des Obdachlosenwesens

Am Stichtag 1. März waren in Biberach 109 Personen, darunter 39 Kinder in Biberacher Obdachlosenunterkünften untergebracht. Von der dezentralen Unterbringung in einzelnen Wohnungen über die ganze Stadt verteilt ist man abgekommen, weil häufig eine Integration in die bestehenden Hausgemeinschaften fehlschlug. Es stehen dem Ordnungsamt nun fünf Liegenschaften zur Verfügung, wovon 16 Wohneinheiten nur für eine temporäre Nutzung zur Verfügung stehen. Es muss in den nächsten 10 Jahren Ersatz für die wegfallenden Wohnungen geschaffen werden. Hier gilt es aber nicht nur die Hardware zu stellen, sondern es ist erforderlich ein Konzept zu erstellen, welches in Zukunft die multiplen Problemlagen senkt.

Die Kosten für die Beseitigung wilder Müllablagerungen, der Schädlingsbekämpfung sowie für die Behebung von Vandalismus Schäden mit 52.300 € im Jahr 2021 waren zu hoch, doch leider ist zu befürchten, dass sich dies in 2022 nicht ändern wird.

Die durchschnittliche Unterbringungszeit von 2,45 Jahren steht dem Leitgedanken der Überbrückung entgegen, es erscheint schier unmöglich, beim derzeitigen Wohnungsmangel, eine Reintegration von Obdachlosen in den normalen Wohnungsmarkt zu erreichen. Der WWB versucht bei der Vergabe von Wohnungen seiner Vorbildfunktion gerecht zu werden.

Die FW danken vor allem der Wohnungslosenhilfe und Jugend Aktiv für die Betreuung von Menschen mit bestehender oder drohender Obdachlosigkeit, dies kann gar nicht hoch genug geschätzt werden.

Claudia Reisch

Tel.: 07351/71914